CO2 dissoziiert im Schweißlichtbogen zu CO und atomarem Sauerstoff, wodurch kontrollierte Oxidation entsteht, die Benetzung und Durchdringung verbessert, aber Spritzer erhöht und Desoxidationsmittel im Draht erfordert. Dieser Dissoziationsprozess verändert grundlegend, wie Wärme durch den Lichtbogen übertragen wird.
CO2-Dissoziation: Oxidations- und Wärmeübertragungseffekte
Der Dissoziationsprozess
- Lichtbogenhitze zersetzt CO2. Bei Lichtbogentemperaturen (>6000K) spaltet sich CO2 in CO + O.
- Sauerstoff reagiert sofort. Atomarer Sauerstoff oxidiert Metalltropfen und Schmelzbad-Oberfläche.
- CO-Bildung erhöht Wärmeübertragung. Kohlenmonoxid-Moleküle transportieren mehr Energie als Edelgase.
- Rekombination beim Abkühlen. CO und O kombinieren sich wieder zu CO2, wenn die Temperaturen sinken.
Chemische Reaktionsgleichungen
Dissoziation im Lichtbogen:
CO₂ + Wärme → CO + ½O₂
Oxidation von Metalltropfen:
Fe + ½O₂ → FeO (Schlacke)
Mn + ½O₂ → MnO (Schlacke)
Desoxidation im Schweißbad:
Si + 2FeO → SiO₂ + 2Fe
Mn + FeO → MnO + Fe
Auswirkungen auf Schweißnaht-Eigenschaften
- Tiefere Durchdringung. Verbesserte Wärmeübertragung und Lichtbogenverengung dringen tiefer in den Grundwerkstoff ein.
- Verbesserte Benetzung. Milde Oxidation reinigt die Schmelzbad-Oberfläche für besseren Fluss.
- Höhere Spritzerlevel. Heftige Reaktionen in Metalltropfen verursachen mehr Spritzer als Edelgase.
- Erfordert Desoxidationsmittel. Draht muss Silicium und Mangan enthalten, um Sauerstoff aus dem Schweißmetall zu entfernen.
- Erhöhte Abkühlungsrate. CO2-Dissoziation absorbiert Wärme und beschleunigt Erstarrung.
- Verbesserte Lichtbogen-Steifigkeit. Höhere thermische Leitfähigkeit stabilisiert den Lichtbogen.
CO2-Prozentanteil-Auswirkungen
| CO2-Anteil | Charakteristika | Anwendungsbereich | Spritzer-Level |
|---|---|---|---|
| 100% CO2 | Maximale Durchdringung, niedrigste Kosten, rauer Lichtbogen | Dickwandige Konstruktionen, Kostensensitive Anwendungen | Hoch |
| 75-80% Ar / 20-25% CO2 | Gute Durchdringung mit reduziertem Spritzer, Industriestandard | Dicke Stähle, Mehrlagenschweißung | Moderat |
| 90-95% Ar / 5-10% CO2 | Sanfter Lichtbogen mit moderater Durchdringung | Dünne Materialien, Präzisionsarbeiten | Niedrig |
| 98% Ar / 2% CO2 | Minimum-CO2 für Stahlschweißen, sehr wenig Spritzer | Dünnblecharbeiten, sichtbare Nähte | Sehr niedrig |
Materialdicken-spezifische Empfehlungen
Dünne Bleche (<3mm): 5-10% CO2 für kontrollierte Wärmeeinbringung ohne Durchbrand
Mittlere Dicken (3-10mm): 15-20% CO2 für ausgeglichene Penetration und Oberflächenqualität
Dicke Abschnitte (>10mm): 20-25% CO2 für maximale Durchdringung in Mehrlagenschweißung
Wurzellagen: Niedrigerer CO2-Gehalt (8-12%) zur Kontrolle von Durchbrand
Fülllagen: Höherer CO2-Gehalt (18-25%) für Produktivität
Erweiterte thermochemische Effekte
Wärmekapazität und -transport
- Endotherme Dissoziation: CO2-Aufspaltung absorbiert ~283 kJ/mol
- Exotherme Rekombination: CO+O→CO2 setzt Wärme beim Abkühlen frei
- Erhöhte Plasmadichte: Mehr reaktive Spezies pro Volumeneinheit
- Verbesserte Wärmeübertragung: 40-60% höhere Wärmeleitfähigkeit als Argon
Metallurgie-Auswirkungen
- Sauerstoffgehalt im Schweißmetall: 200-400 ppm typisch bei optimierten Mischungen
- Desoxidation-Effizienz: Si-Mn-Verhältnis kritisch für Schlackenbildung
- Kornverfeinerung: Schnellere Abkühlung durch CO2 verfeinert Mikrostruktur
- Zähigkeits-Balance: Optimaler CO2-Gehalt maximiert Zähigkeit
CORGON® 18
82% Ar / 18% CO2Warum 18% CO2 optimal funktioniert: Bietet bedeutende Durchdringungsvorteile durch CO2-Dissoziation bei Beibehaltung guter Lichtbogenstabilität durch die Argonbasis. Die Mischung optimiert das Gleichgewicht zwischen Wärmeübertragung und Spritzerkontrolle.
Beste Anwendungen für CORGON 18: Allgemeine Stahlkonstruktionsfabrikation, 3-25mm Dickenbereich, sowohl Einlagen- als auch Mehrlagenschweißung. Ideal für Produktionsumgebungen, die Geschwindigkeit und Qualität ausbalancieren.