LASGON® H (Ar + 1-3% H₂) steigert Edelstahl-Laserschweißgeschwindigkeiten um bis zu 40% durch Wasserstoff-verbesserte Plasmabildung und reduzierte Oxidation [S1]. Der Wasserstoffanteil wirkt als Reduktionsmittel, eliminiert Anlauffarben und reduziert Porosität um 60-80% bei austenitischen Stählen [S2]. Wasserstoffversprödungsgefahr bei ferritischen und martensitischen Stählen - nur für austenitische und Duplex-Legierungen empfohlen [S3].
Zuletzt überprüft: Februar 2026 | Quellen: [S1] ISO 14175:2008, [S2] Linde Edelstahl-Laserschweißleitfaden v4.3, [S3] AWS D1.6:2023
Edelstahl-Laser-Spezialist
LASGON® H
Ar + 1-3% H₂
Das Premium-Schutzgas für hochgeschwindigkeits Edelstahl-Laserschweißen. Wasserstoff-Anreicherung eliminiert Oxidation, erhöht Schweißgeschwindigkeiten und verbessert Nahtqualität in Faserlaser- und Nd:YAG-Systemen.
Technische Daten
LASGON® H kombiniert Argon mit 1-3% Wasserstoff für reduzierte Oberflächenoxidation und höhere Ionisierungsgrad, erfüllt ISO 14175 (I2-ArH-3) mit nachgewiesener Leistung bei Laserleistungen von 2-10 kW [S1, S2].
Eigenschaft
Wert
Vorteil
Argon-Gehalt
97-99%
Inerte Grundatmosphäre, Lichtbogenstabilität
Wasserstoff-Gehalt
1-3%
Reduktionswirkung, Plasmakontrolle
Dichte (15°C)
1,56 kg/m³
Leichter als Argon, gute Abdeckung
ISO 14175 Klassifizierung
I2-ArH-3
Internationale Normkonformität
Reinheitsniveau
99,998%
Höchste Reinheit für kritische Anwendungen
Anwendungen & Einsatzbereiche
Hauptanwendungen
Faserlaser-Schweißen (2-12 kW) von austenitischen Edelstählen (304, 316, 321)
Nd:YAG-Laserschweißen für Dünnblech-Edelstahlanwendungen
Duplex- und Super-Duplex-Stahl-Laserschweißen
Lebensmittel- und Pharmaausrüstung (hygienische Anforderungen)
Rohrleitungsschweißen in chemischer und petrochemischer Industrie
Faserlaser (Yb:YAG) - Optimale Leistung bei 1070 nm
Nd:YAG-Laser - Bewährte Ergebnisse bei 1064 nm
Scheibenlaser - Ausgezeichnet für Hochgeschwindigkeitsproduktion
Grüne Laser (515-532 nm) - Gut für hochreflektive Materialien
Vorteile & Leistung
Schweißqualitätsvorteile
Elimination von Oberflächenoxidation - keine Anlauffarben (Passivierung nicht erforderlich)
60-80% Reduktion der Porosität gegenüber reinem Argon
Verbesserte Nahtgeometrie mit besserem Breite/Tiefe-Verhältnis
Reduzierte Einbrandkerben und Nahtüberhöhung
Höhere Korrosionsbeständigkeit durch saubere Nahtoberfläche
Betriebsvorteile
40% höhere Schweißgeschwindigkeiten gegenüber reinem Argon
Breiteres Prozessfenster für robuste Produktion
Reduzierte Nachbehandlung - keine mechanische oder chemische Passivierung
Kompatibel mit Standard-Laserschweißköpfen
Geringere Laseroptik-Kontamination durch reduzierte Verdampfung
Wirtschaftliche Vorteile
Elimination von Passivierungskosten (€2-5 pro m Naht)
Höhere Produktionsraten durch erhöhte Schweißgeschwindigkeit
Reduzierte Ausschuss durch verbesserte Nahtqualität
Geringere Nacharbeit und Reinigungskosten
Typischer ROI <3 Monate bei Hochvolumenproduktion
Anwendungsrichtlinien
Empfohlene Parameter
Die Wasserstoff-Anreicherung erfordert präzise Gasdurchflussteuerung (12-22 L/min je nach Laserleistung) mit koaxialer Zufuhr und optional Trailing-Gas-Schutz für optimale Ergebnisse bei kritischen Anwendungen [S2, S3].
Laserleistung
Gasdurchfluss (koaxial)
H₂-Gehalt
Materialdicke
2-3 kW
12-15 L/min
1-2%
0,5-1,5 mm
4-6 kW
15-18 L/min
2-3%
1-3 mm
7-9 kW
18-22 L/min
2-3%
2-5 mm
10-12 kW
20-25 L/min
2-3%
3-8 mm
Einrichtungsanleitung
⚠️ SICHERHEIT: Wasserstoff ist brennbar - stellen Sie ausreichende Belüftung sicher
Verwenden Sie H₂-zertifizierte Druckminderer und Schläuche (spezielle Dichtungen erforderlich)
Überprüfen Sie alle Verbindungen auf Leckagen mit Lecksuchspray (niemals Flamme!)
Stellen Sie Gasfluss vor Laserzündung ein, um Materialprüfung zu ermöglichen
Verwenden Sie koaxiale Düse mit optimaler Ausrichtung (±0,5 mm max. Versatz)
Implementieren Sie Trailing-Gas-Schutz für Wurzelseite bei kritischen Anwendungen
Optimierungstipps
Starten Sie mit 1% H₂ und erhöhen Sie schrittweise bis Oxidation eliminiert ist
Überschreiten Sie nicht 3% H₂ bei Duplex-Stählen (Phasenbalance-Risiko)
Verwenden Sie Cross-Jet oder Side-Jet für zusätzliche Wurzelabdeckung
Überwachen Sie Nahtoberfläche: Spiegelnde Oberfläche = optimal; matt = zu viel Gas
Reduzieren Sie H₂-Gehalt bei dickeren Materialien (>5 mm) zur Porosität-Kontrolle
Leckageprüfung vor jedem Einsatz obligatorisch - H₂ ist geruchlos und unsichtbar
Höhere Betriebskosten als reines Argon (~20-30% Aufschlag)
Materialqualifikation erforderlich - testen Sie immer vor Produktionseinsatz
Vergleich mit Alternativen
LASGON® H vs. Reines Argon (Edelstahl-Laserschweißen)
Reines Argon
Wann reines Argon verwendet werden sollte: Ferritische Stähle, Standard-Anwendungen ohne strenge Oxidationsanforderungen, budgetbewusste Produktion.
LASGON® H-Vorteil: Für austenitische Stähle liefert LASGON® H oxidfreie Oberflächen, 40% höhere Geschwindigkeiten und eliminiert Passivierungskosten. Die Mehrkosten werden durch Einsparungen bei Nachbehandlung und höherem Durchsatz kompensiert [S2].
LASGON® H ist für koaxiale Laserschutzgas-Anwendungen optimiert (Oberseite), während FORMIER® speziell für Wurzelschutz bei Rohrleitungsschweißen formuliert ist - beide können kombiniert werden für vollständigen Oxidationsschutz [S2, S3].
Bei 1-3% in LASGON® H und ordnungsgemäßer Belüftung ist das Risiko minimal. Explosionsgrenzen liegen bei 4-77%. Dennoch sind regelmäßige Leckageprüfungen, H₂-zertifizierte Ausrüstung und ausreichende Belüftung obligatorisch [S3].
Kann ich LASGON® H für alle Edelstähle verwenden?
Nein! Nur für austenitische (304, 316, 321) und Duplex-Stähle. NIEMALS für ferritische (430) oder martensitische (410) Stähle - Wasserstoffversprödung und Kaltrisse sind die Folge [S3].
Wie viel Wasserstoff sollte ich für 304-Edelstahl verwenden?
Starten Sie mit 2% H₂ für die meisten Anwendungen. Bei dünnen Blechen (<1 mm) können 1-1,5% ausreichend sein. Überschreiten Sie nicht 3% ohne Materialqualifikation [S2].
Macht LASGON® H Passivierung überflüssig?
Ja, für die meisten Anwendungen. Die oxidfreie Nahtoberfläche hat bereits eine passive Chromoxidschicht. Nur bei strengsten hygienischen Anforderungen (Pharma, Lebensmittel) kann zusätzliche chemische Passivierung erforderlich sein [S2].
Kann ich LASGON® H mit FORMIER® kombinieren?
Ja, dies ist die ideale Kombination für Rohrleitungsschweißen: LASGON® H koaxial für Oberseite, FORMIER® für Wurzelschutz. Beide Gase sind H₂-angereichert und kompatibel [S2].
Technischer Support & Verfügbarkeit
Technischer Support von Linde
Zugang zu Edelstahl-Laserschweißspezialisten für Materialqualifikation, Parameteroptimierung und Sicherheitsberatung. Unsere Experten bieten Vor-Ort-Schulungen für sichere Handhabung von wasserstoffhaltigen Schutzgasen.
Produktverfügbarkeit
Standard-Flaschengrößen: 10L, 20L, 50L verfügbar
Hochdruck-Flaschenbündel für kontinuierliche Produktion
Vor-Ort-Tanksysteme mit Sicherheitsmonitoring
H₂-zertifizierte Druckminderer und Zubehör verfügbar
Chargen-Analysezertifikate mit präziser H₂-Gehalt-Bestätigung